Medizinische Fakultät

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Die Medizinische Fakultät der Johannes Kepler Universtität wurde im Jahr 2014 eingerichtet und hat per 1. Oktober 2014 die ersten Studierenden aufgenommen. Der Vollbetrieb der Fakultät wird voraussichtlich erst 2028 erreicht sein. Dann wird die Fakultät 24 klinische und 8 nicht-klinische Lehrstühle, 300 jährliche Studienanfänger, ein Campusgebäude mit einer Nutzfläche von 27.000 m² und das neue Kepler-Universitätsklinikum umfassen.

Geschichte

Die Einrichtung einer Medizinischen Fakultät war viele Jahre lang diskutiert und umstritten.

Ausgangslage

In Österreich existierten zunächst vier Medizinuniversitäten: drei staatliche (Wien, Graz, Innsbruck) sowie eine Privatuniversität (Salzburg). Die Bewerber übersteigen regelmäßig die Kapazitäten der Universitäten, so dass diese mittels Zugangsbeschränkungen Bewerber abweisen müssen.

Bedarf an Medizinern

Befürworter der Universität argumentieren, dass in Zukunft aufgrund zu erwartender Pensionswellen sowie eines erhöhten Bedarfs an ausgebildeten Medizinern aufgrund der älter werdenden Bevölkerung ein Mangel an Ärzten eintreten wird.[1] Dies verstärke sich in Oberösterreich zusätzlich, da viele Studierende nach der Ausbildung an ihren Studienorten blieben.[2]

Gegner der neuen Universität kritisieren insbesondere die Zahlen der Befürworter und argumentieren, dass ein Ärztemangel nicht absehbar sei. Es sei sogar ein Überschuss an ausgebildeten Ärzten zu erwarten.[3]

Oberösterreichische Studierende

Derzeit studieren rund 1.500 Oberösterreicher an den Medizinischen Universitäten außerhalb des Bundeslandes. Neben langen Anfahrtswegen zu den Studienorten ist dabei vor allem problematisch, dass viele der Studierenden nicht zurück nach Oberösterreich kommen, sondern auch nach dem Studium am Studienort verbleiben.[4]

Einrichtungen in Linz

Zahlreiche Institutionen in Linz könnten eine Medizinuniversität unterstützen:

Darüber hinaus könnten mehrere Linzer Krankenhäuser als Universitäre Ausbildungskliniken dienen. Zahlreiche habilitierte Mediziner sind an diesen Einrichtungen bereits jetzt beschäftigt.

Planungen für eine Medizinuniversität

Die MedUni könnte sowohl als eigenständige Universität, als auch als Fakultät unter dem Dach der Johannes Kepler Universität eingerichtet werden. Der Rektor der JKU, Richard Hagelauer, hält eine Medizin-Fakultät an der JKU für realistisch, wenn sie vom Bund entsprechend finanziert wird.[6] Die MedUni soll aber jedenfalls als staatliche Hochschuleinrichtung ausgestaltet sein, eine Privatuniversität scheint den Experten unrealistisch. Ein im Auftrag der Medizinischen Gesellschaft erstellte Entwicklungsplan sieht im Endausbau bis zu 300 (Erstsemester-)Studienplätze pro Studienjahr vor.[7]

Standort

Für den Standort der Fakultäts waren mehrere Plätze im Gespräch; generell wurde ein Standort im Stadtzentrum bevorzugt, möglichst nahe zum Spitalsviertel. Ideen waren etwa das Tabakfabrik-Gelände[8], das Life-Science-Center der JKU an der Gruberstraße[9] oder das mittlerweile anderweitig verplante Areal des Frachtenbahnhofs[10].

Durchgesetzt hat sich letztlich ein freies Grundstück am Gelände des Allgemeinen Krankenhauses. Es wird dort ein Campusgebäude mit einer Fläche von rund 27.000 Quadratmetern errichtet. Bis zur Fertigstellung im Jahr 2019/2020 werden die Studierenden nach ihrem vorklinischen Studium in Graz die Räumlichkeiten im obersten Geschoß der Blutzentrale sowie im JKU Life Science Center in der Gruberstraße verwenden.[11]

Forschungsschwerpunkt

Schwerpunkte in Ausbildung und Forschung könnten Altersmedizin und Public Health sein.

Einrichtungsaufwand

Laut der Machbarkeitsstudie bedürfte eine Medizinuniversität einem Raumangebot von zumindest 9.400 Quadratmetern für Lehrräume, Labors, Institute und Verwaltung. 45 Millionen Euro wären als einmalige Investition notwendig. Der Personalbedarf würde von 62 Personen im ersten Jahr auf bis zu 195 im Endausbau ansteigen (inkl. Verwaltung). Die jährlichen Betriebskosten würden von 7,7 Millionen Euro im ersten Jahr auf 27 Millionen Euro im Endausbau ansteigen. Dem gegenüber stünde allerdings eine volkswirtschaftliche Wertschöpfung von bis zu 45 Millionen Euro im Endausbau.[10]

Historische Entwicklung des Projekts Medizinuniversität

Im April 2009 wurde ein Proponentenkomitee eingerichtet. Es besteht aus Landeshauptmann Josef Pühringer, LH-Stv. Josef Ackerl, dem Linzer Bürgermeister Franz Dobusch, Landesrätin Doris Hummer, Peter Niedermoser (Präsident der Ärztekammer für OÖ), Albert Kröpfl (Präsident der Medizinischen Gesellschaft für OÖ) sowie Franz Aichner (Sprecher der Medizinischen Gesellschaft für Oberösterreich). Auch wurde eine Initiativplattform ins Leben gerufen, in der Politiker, Interessensvertreter sowie Vertreter der Wirtschaft eingebunden sind, um das Projekt "Medizinuniversität" voran zu treiben. Weiters wurde der Verein Förderer der MedUni Linz OÖ gegründet. Der Vereinszweck liegt in der Errichtung einer Medizinischen Universität in Linz.[12]

Im April 2010 wurde von einem 50-köpfigen Expertenteam eine Machbarkeitsstudie vorgelegt. Alle vier im OÖ Landtag vertretenen Parteien stimmten darauf hin für die Einrichtung einer Medizinuniversität in Linz.[13]

Im April 2012 konnte Wissenschaftsminister Töchterle im Rahmen eines Treffens mit dem Proponentenkomitee keine "Medizinische Universität zusagen". Er könnte sich aber mittelfristig ein entsprechendes Angebot vorstellen, wenn Oberösterreich selbständig die entsprechenden Rahmenbedingungen schafft und Studien im Umfeld der Medizin (wie Medizinmechatronik oder Gesundheitsökonomie) einrichtet. Die von Oberösterreich vorgelegte Machbarkeitsstudie kritisierte er jedoch inhaltlich, insbesondere habe sein Ministerium Mängel im Bereich des notwendigen Budgets und Personals aufgedeckt.[14]

Im Februar 2013 sprachen sich Bundeskanzler Werner Faymann sowie mehrere Minister (Gesundheitsminister Alois Stöger (SPÖ), Finanzministerin Maria Fekter (ÖVP) und Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP)) für eine Medizinuniversität in Linz aus.[15]

Anfang 2014 wurde die Finanzierung der Fakultät schließlich durch eine sogenannte §15a-Vereinbarung zwischen Republik Österreich und dem Land Oberösterreich sichergestellt.[16]

Verein "Förderer der Medizinischen Universität Linz OÖ"

Der Verein hat folgende Hauptzwecke[17]:

  • Mobilisierung einer breiten Öffentlichkeit zur Unterstützung der Medizinischen Universität in Linz
  • Förderung der Zusammenarbeit mit allen Mitgliedern der Initiativplattform des Projektes MedUni Linz
  • Wissenstransfer und Informationsaustausch jeder Art zwischen Einzelpersonen und allen Kompetenzeinrichtungen

Der Vereinsvorstand setzt sich vorrangig aus Ärzten der Spitäler in Linz und Oberösterreich sowie aus Vertretern der Wirtschaft zusammen. Vorsitzender ist Peter Brücke (AKh Linz), Stellvertreter sind Christian Beurle (Ehrenpräsident der Industriellenvereinigung), Georg-Adam Starhemberg (Unternehmer) und Josef Thaler (Klinikum Wels-Grieskirchen).[18]

OÖN-Inititative "Ärzte für Oberösterreich"

Im November 2011 stateten die Oberösterreichischen Nachrichten die Unterschriftenaktion "Ärzte für Oberösterreich", vorrangig zur Unterstützung der Universitätsgründung.[19]

Im April 2012 konnten 136.000 Unterschriften an Wissenschaftsminister Töchterle übergeben werden.[14]

Einzelnachweise

Weblinks

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