Rudolfstollen: Unterschied zwischen den Versionen

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Der '''Rudolfstollen''' ist ein Luftschutz-Stollen im [[Linz]]er Nordwesten, in den Bezirken [[Bezirk Pöstlingberg|Pöstlingberg]] und [[Bezirk Urfahr|Urfahr]] an der [[Rudolfstraße]] gelegen. Er befindet sich im [[Spatzenberg]], dem östlichen Ende der [[Urfahrwänd]]. Das im Zweiten Weltkrieg von 1943 bis 1944 unter anderem vom Kriegsgefangenen (italienische ''Militärinternierte'') errichtete Stollensystem sollte tausenden Menschen aus [[Alt-Urfahr West]] im Falle eines Luftangriffes feindlicher Bomber Schutz bieten.
Der '''Rudolfstollen''' ist ein [[Liste der Stollen|Luftschutz-Stollen]] im [[Linz]]er Nordwesten, in den Bezirken [[Bezirk Pöstlingberg|Pöstlingberg]] und [[Bezirk Urfahr|Urfahr]] an der [[Rudolfstraße]] gelegen. Er befindet sich im [[Spatzenberg]], dem östlichen Ende der [[Urfahrwänd]]. Das im Zweiten Weltkrieg von 1943 bis 1944 unter anderem vom Kriegsgefangenen (italienische ''Militärinternierte'') errichtete Stollensystem sollte tausenden Menschen aus [[Alt-Urfahr West]] im Falle eines Luftangriffes feindlicher Bomber Schutz bieten.


== Anlage ==
== Anlage ==

Version vom 27. März 2024, 22:29 Uhr

Rudolfstollen
Nutzung Luftschutz-Stollen
Bezirk Pöstlingberg und Urfahr
PLZ 4040
Leaflet | © OpenStreetMap contributors

Der Rudolfstollen ist ein Luftschutz-Stollen im Linzer Nordwesten, in den Bezirken Pöstlingberg und Urfahr an der Rudolfstraße gelegen. Er befindet sich im Spatzenberg, dem östlichen Ende der Urfahrwänd. Das im Zweiten Weltkrieg von 1943 bis 1944 unter anderem vom Kriegsgefangenen (italienische Militärinternierte) errichtete Stollensystem sollte tausenden Menschen aus Alt-Urfahr West im Falle eines Luftangriffes feindlicher Bomber Schutz bieten.

Anlage

Der Stollen wurde im Juni 1943 in Auftrag gegeben, die Errichtung sollte 150.460 Reichsmark kosten (in der Endabrechnung schließlich 29.528 RM, der Kostenvoranschlag war wohl für mehr als dieses eine Projekt?). Genutzt wurde der bestehende Felsenkeller (teilweise Rudolfskeller genannt, heutiger Eingang 1), der zuvor von der Poschacher Bierhalle als Felsenkeller genutzt worden war. Im wesentlichen fertiggestellt wurde er bereits 1944. Erwiesen ist aber auch, dass noch am 5. Mai 1945 - dem Tag des Einmarsches der US-Amerikaner in Linz - ein italienischer Militärinternierter (ähnlich Kriegsgefangener) im Tunnel tätig war und eine Nachricht hinterließ.

Eingänge

Das Stollensystem verfügt über vier Eingänge, davon sind drei heute noch nutzbar:

  • Eingang 1, der ehemalige Rudolfskeller, gegenüber von Haus Rudolfstraße 73, wird heute noch von der Stadt Linz als Lagerraum genutzt.
  • Eingang 2, beim Haus Rudolfstraße 86
  • Eingang 3, beim Steinbruch außerhalb der Stadt, heute Teil der Baustelle der Westringbrücke
  • ehemaliger Eingang 4, beim Haus Berggasse 6, zugemauert

Tunnel

In der ersten Ausbauphase wurden die nahe beieinander liegenden Eingänge 1 und 2 in einem Bogen verbunden. Von diesem führte ein langer Gang in ostnordöstlicher Richtung in den Berg. Dieser Gang schwenkt schließlich in südwestliche Richtung und erreicht so den Eingang 3 beim Steinbruch an der Donau. In der zweiten und dritten Ausbaustufe wurde nordwestlich der Eingänge 1 und 2 weitere Quertunnel errichtet und auch in Richtung des Eingangs 4 gegraben. Erst in der vierten Ausbaustufe wurde der Eingang 4 in der Berggasse erreicht, dort auch weitere Nebentunnel errichtet. In dieser Phase wurden auch links und rechts des bestehenden Tunnels zum Eingang 3 beim Steinbruch jeweils ein Paralleltunnel errichtet.

Geologie

Der Stollen befindet sich in weiten Teilen im stabilen Fels, der aus Perlgneis besteht. Nur der nordöstliche Bereich um den Eingang 4 weißt größere Lehm- und Löß-Ablagerungen auf, hier mussten rund 178 Meter Stollenlänge mit Ziegelgewölbe stabilisiert werden.

Nutzung als Luftschutzstollen

Der Luftschutzstollen hätte rund 3.600 Personen als Zuflucht dienen sollen, die im Kernbereich des Einzugsgebietes wohnhaft waren. Dieser Bereich umfasste die westlichen Bereiche von Alt-Urfahr West bis zur Webergasse, Kapellengasse im Osten, und un Norden die Bereiche bis zum Südlichen Teil der Brennerstraße. Weitere 1.480 Personen aus der Randzone - im wesentlichen ein Block über den Kernbereich hinaus - hätten ebenfalls Schutz gefunden. Insgesamt sollten also 4.780 Personen im Stollen Zuflucht finden können. Abweichend davon wird die Kapazität teilweise mit bis zu 9.000 Personen angegeben.

Quellen

  • Erhard Fritsch et al: Der Rudolfstollen in Linz-Urfahr (Österreich) und seine Umgebung. Eine naturwissenschaftlich-historische Bestandsaufnahme. Denisia 38. Linz, 2016.


Weblinks