Westring: Unterschied zwischen den Versionen

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Die '''Linzer Autobahn A26''' (auch als '''Linzer Westring''' bezeichnet) ist eine geplante Autobahn in Österreich. Sie wird derzeit von der ASFINAG geplant und soll die bestehende [[Mühlkreis Autobahn]] (A7) und die Straßen im [[Linz]]er Stadtgebiet entlasten. Ihre Länge wird etwa 8,5 km betragen. Der einzig bereits bestehende Abschnitt ist vom [[Knoten Hummelhof]] bis zur [[Westbrücke]], welcher derzeit als Autobahnzubringer zur A7 dient.
{{Infobox Straße
|NAME                  = Westring
|META                  = Die Linzer Autobahn A26 (auch als Linzer Westring bezeichnet) ist eine geplante Autobahn in Österreich. Das Bauprojekt wird von der ASFINAG errichtet und soll die bestehende Mühlkreis Autobahn (A7) und die Straßen im Linzer Stadtgebiet entlasten. Ihre Länge wird etwa 8,5 km betragen.
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|BEZIRK                = [[Bezirk Froschberg|Froschberg]], [[Bezirk Urfahr|Urfahr]]
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}}
Die '''Linzer Autobahn A26''' (auch als '''Linzer Westring''' bezeichnet) ist eine geplante Autobahn in Österreich. Das [[Bauprojekt]] wird von der ASFINAG errichtet und soll die bestehende [[Mühlkreis Autobahn]] (A7) und die Straßen im [[Linz]]er Stadtgebiet entlasten. Ihre Länge wird etwa 8,5 km betragen. Der einzig zuvor bereits bestehende Abschnitt ist vom [[Knoten Hummelhof]] bis zur [[Westbrücke]], welcher derzeit als Autobahnzubringer zur A7 dient.


Bis zur Novelle des Bundesstraßengesetzes 2003, in der der Linzer Westring als „A26 Linzer Autobahn“ festgeschrieben wurde, trug die heutige Welser Autobahn (A25) den Namen „Linzer Autobahn“.
Nach Abschluss aller Verfahren und der gerichtlichen Behandlung einer Beschwerde eines unterlegenen Bauwerbers im Sommer 2018 war der Baubeginn für Dezember 2018 geplant.<ref>{{OÖN|link=oberoesterreich/Urteil-Endgueltig-gruenes-Licht-fuer-Westring;art4,2992770|text=Urteil: Endgültig grünes Licht für Westring|datum=29. August 2018}}</ref> Tatsächlich wurde im Jänner 2019 der Bau der [[Donautalbrücke]] als erstes Teilstück begonnen, diese Brücke konnte Ende 2024 für den Verkehr freigegeben werden.
 
== Trasse und Auswirkungen ==
 
=== Trassenverlauf ===
Die hier angeführte Trassenführung ist die aktuell von der ASFINAG angegebene. Die Planung wurde mit Juni 2009 abgeschlossen.
 
Sie beginnt im Süden an der bestehenden ''[[Westbrücke]]'' (die dem Verlauf angepasst neu errichtet wird) als Anschluss an die A7 beim [[Knoten Hummelhof]]. Als Unterflurtrasse verläuft die Autobahn bis zum [[Hauptbahnhof]], von wo aus sie im 3 km langen [[Freinbergtunnel]] bis zur [[Donau]] führt. Der Tunnel soll zweiröhrig mit Pannenstreifen gebaut werden. Beim nördlichen Tunnel-Ende, unmittelbar südlich der Donau, befindet sich die {{Ast Donau-Süd}}. Deren Auf- und Abfahrtstunnel befindet sich dabei noch im Freinberg. Über die [[4. Linzer Donaubrücke]] wird die [[Donau]] überquert. Auf deren Nordseite befindet sich die {{Ast Donau-Nord}}, deren Zu- und Abfahrten sich wiederum im Berg befinden.
 
Geplant war darüber hinaus ein ''Nordabschnitt''. Kernstück davon war der 2,8 km lange ''Pöstlingbergtunnel''. Dieser sollte die Trasse in großem Bogen nach [[Heilham]] führen und nord-westlich der [[VOEST-Brücke]] beim [[Knoten Urfahr]] wieder in die A7 münden. Dieser Teil wurde mit der Novelle 2011 im Juli aus dem Bundesstraßengesetz gestrichen.


Ende 2010 gab die Asfinag bekannt, dass sie aus finanziellen Gründen keinen Vollausbau als Autobahn mehr plant. Nach Gesprächen zwischen Bund, Land Oberösterreich und Stadt Linz einigte man sich im Jänner 2011 auf einen Kompromiss, wonach nur der Südteil vom Knoten Hummelhof bis zur Donaubrücke gebaut wird. Baubeginn ist frühestens 2014.
=== Anschlussstellen ===
Die neue Autobahn soll zukünftig folgende Anschlussstellen (Auf- und Abfahrten) umfassen:
* [[Anschlussstelle Unionstraße]] (bestehend)
* [[Anschlussstelle Waldeggstraße]] (möglicherweise als Halbanschluss)
* [[Anschlussstelle Bahnhof]] (derzeitige ''Waldegg-Spinne'' beim Bahnhof)
* [[Anschlussstelle Donau Süd]] (zur {{B 129}})
* [[Anschlussstelle Donau Nord]] (zur {{B 127}})


Am 24. Mai 2011 wurde der Nordabschnitt der A26 vom Ministerrat aus dem Bundesstraßengesetz gestrichen.<ref>{{Webseite|1=www.wienerzeitung.at/DesktopDefault.aspx?TabID=3941&Alias=wzo&cob=562344|2=Weniger Autobahnen werden billiger}}</ref>
=== Effekte auf das Stadtgebiet ===
Von der [[Landesregierung]] wird eine Entlastung des Linzer Stadtgebietes, insbesondere der Innenstadt als Folge des Projektes behauptet.<ref>{{Web|LINK=https://www.land-oberoesterreich.gv.at/cps/rde/xchg/SID-4C369711-76156D73/ooe/hs.xsl/82839_DEU_HTML.htm|TEXT=Webseite des Land Oberösterreich, abgerufen am 5. Dezember 2010}}</ref> Eine Untersuchung im Auftrag des Magistrats Linz stellte fest, dass sich Entlastungen auf die [[Waldeggstraße]] und die [[Obere Donaulände|Obere]]/[[Untere Donaulände]] beschränken, während im übrigen Stadtgebiet Verkehrszunahmen zwischen 131% ([[Blumauerstraße]]) über 28% ([[Goethestraße]]) bis 16% ([[Gruberstraße]]) zu erwarten sind.<ref>{{LinzPresse|jahr=2008|link=200807_40681|text=Auswirkungen des Westrings auf das Straßennetz|datum=8. Juli 2008}}</ref>


== Trasse ==
Laut dem zuständigen Landesrates [[Franz Hiesl]] würde der Westring dazu beitragen, dass die Luftgüte in Linz verbessert würde.<ref>{{Web|OFFLINE=ja|LINK=www.franz-hiesl.at/7349/|TEXT=Webseite des Landesrates Franz Hiesl}}</ref> Eine Untersuchung des Umweltbundesamtes im Zuge der Umweltverträglichkeitsprüfung stellte fest, dass durch den Westring in innerstädtischen Gebieten die Schadstoffgrenzwerte so weit überschritten werden würden, dass es gemäß gesetzlicher Kriterien an diesen Stellen weder Wohnunterkünfte noch einen Zugang der Öffentlichkeit geben dürfe.<ref>{{Web|OFFLINE=ja|LINK=www5.umweltbundesamt.at/uvpdb/docs/UVE/A26LinzerAutobahnAbschnittSued/Stellungnahme.pdf|TEXT=Stellungnahme des BMLFUW zu der übermittelten Umweltverträglichkeitserklärung, 13. August 2009 (PDF)}}</ref>
Die hier angeführte Trassenführung ist die aktuell von der ASFINAG angegebene. Die Planung wurde mit Juni 2009 abgeschlossen.


Sie beginnt im Süden an der bestehenden ''[[Westbrücke]]'' (die dem Verlauf angepasst neu errichtet wird) als Anschluss an die A7 beim [[Knoten Hummelhof]]. Als Unterflurtrasse verläuft die Autobahn bis zum [[Hauptbahnhof]], von wo aus sie im 3 km langen ''Freinbergtunnel'' bis zur [[Donau]] führt. Über die [[4. Linzer Donaubrücke]] zur Anschlussstelle ''Donau-Nord''. Der Tunnel soll zweiröhrig mit Pannenstreifen gebaut werden.
Das Umweltbundesamt führte des Weiteren an, dass:


Geplant war weiters ein 2,8 km langer ''Pöstlingbergtunnel''. Dieser sollte die Trasse nach [[Heilham]] führen und nord-westlich der [[VOEST-Brücke]] beim [[Knoten Urfahr]] wieder in die A7 münden. Dieser Teil wurde mit der Novelle 2011 im Juli aus dem Bundesstraßengesetz gestrichen.
:''- Das geplante Vorhaben steht somit in seinen Auswirkungen der Zielerreichung des Kyoto-Protokolls und auch weiterer, verbindlicher Emissionsreduktionsziele wie dem Emissionshöchstmengengesetz-Luft deutlich entgegen.
:''- Der berechnete Wert der Zeiteinsparung im Jahr 2025 ist daher nicht nachvollziehbar. (...) Geht man daher für das Jahr 2025 von keiner Zeiteinsparung durch das Vorhaben aus, beträgt das Nutzen-Kosten-Verhältnis der geplanten Investition max. 0,60 und unterschreitet somit die Grenze der Realisierungswürdigkeit. Laut Angaben in den Unterlagen (S. 12) ist ein Projekt gesamtwirtschaftlich realisierungswürdig, sobald das Nutzen-Kosten-Verhältnis &gt;1 ist.
:''- Weiters ist nicht nachvollziehbar, warum statt der Gesamtemissionen des Vorhabens nur lokale Immissionen für die Kostenberechnung herangezogen werden.
:''- Durch die Maßnahmen „Tempo 60“ und „Lärmschutzwand“ wird laut Angaben in den Unterlagen die Irrelevanzschwelle für NO2 und PM10 bei den nächsten Anrainern nicht mehr überschritten. Unbeschadet dessen zeigen jedoch die Modellrechnungen betreffend PM10 bzw. NO2 für das Jahr 2012 bzw. 2015 und darüber hinaus, wie auch in der Nullvariante, Überschreitungen der Grenzwerte.


== Projektverlauf ==
== Projektverlauf ==
Der Bau der Autobahn soll in zwei Phasen ablaufen (eine dritte war geplant, ist aber vorläufig nicht mehr vorgesehen):
Der Bau der Autobahn soll in zwei Phasen ablaufen (eine dritte war geplant, ist aber vorläufig nicht mehr vorgesehen):


* Donaubrücke ("[[Vierte Linzer Donaubrücke]]") plus [[Freinbergtunnel]] bis zum [[Hauptbahnhof]]
* [[Donautalbrücke]] (ehemals "[[Vierte Linzer Donaubrücke]]") plus [[Freinbergtunnel]] bis zum [[Hauptbahnhof]]
* Unterflurtrasse [[Waldeggstraße]] zur [[Westbrücke]] mit Anschluss an die [[Mühlkreis Autobahn|A 7 Mühlkreis Autobah]] beim [[Knoten Bindermichl]].
* Unterflurtrasse [[Waldeggstraße]] zur [[Westbrücke]] mit Anschluss an die [[Mühlkreis Autobahn|A 7 Mühlkreis Autobahn]] beim [[Knoten Bindermichl]].


Die Kosten für den Südteil samt Brücke betragen 527 Millionen Euro.<ref>{{Webseite|1=derstandard.at/1288160404803/Land-protestiert-gegen-Nein-zum-Linzer-Westring|2=Land protestiert gegen Nein zum Linzer Westring, Der Standard, 1. November 2010}}</ref>
Die Kosten für den Südteil samt Brücke betragen nach früheren Planungen 527 Millionen Euro.<ref>{{Web|LINK=https://derstandard.at/1288160404803/Land-protestiert-gegen-Nein-zum-Linzer-Westring|TEXT=Land protestiert gegen Nein zum Linzer Westring, Der Standard, 1. November 2010}}</ref> Ende August 2020 wurden die geschätzten Gesamtkosten auf 743 Millionen Euro erhöht - dies begründete sich zum einen aufgrund der mittlerweile gestiegenen Preise (Inflation), zum anderen auch aufgrund von Verzögerung durch die [[Coronavirus]]-Pandemie, der Beseitigung einer Bodenkontaminierung und aus zusätzlichen Auflagen aus dem Umweltverträglichkeits-Verfahren, bezüglich Lärmschutz oder der Lagerung von Aushubmaterial.<ref>{{OOEORF|link=stories/3064307/|text=Linzer Westring um 100 Millionen teurer|datum=28. August 2020}}</ref>


=== Erste und Zweite Bauphase ===
=== Geplante Bauphasen ===
Die Erste Bauphase beinhaltet die 4. Donauquerung in Linz, die sich über 325 Meter zwischen dem [[Freinberg]] und dem Naturschutzgebiet [[Urfahr]]wänd erstreckt. Auf beiden Seiten mündet die Brücke direkt in einen Tunnel ein. Parallel dazu soll der 3,2 Kilometer lange Freinbergtunnel von der Donau bis zum Hauptbahnhof entstehen, der dann (Phase 2) in offener Bauweise an Stelle der heutigen Waldeggstraße bis zur Westbrücke mit Anschluss an die A7 Mühlkreis Autobahn führt.
;Erste Bauphase - [[Westring-Brücke]]:
Die Erste Bauphase beinhaltet die 4. Donauquerung in Linz, die sich über 325 Meter zwischen dem [[Freinberg]] und dem Naturschutzgebiet [[Urfahr]]wänd erstreckt. Auf beiden Seiten mündet die Brücke direkt in einen Tunnel ein. Diese Brücke konnte, vorerst einspurig, Ende 2024 für den Verkehr freigegeben werden.


=== Ursprünglich geplante Dritte Bauphase ===
;Zweite Bauphase - [[Freinbergtunnel]]:
In Phase 3 sollte ein 2,8 Kilometer langer [[Pöstlingbergtunnel]] die Verbindung zwischen Donau und dem Anschluss an die [[Mühlkreis Autobahn|A7]] auf Höhe des [[Pro-Kaufhaus]]es herstellen. Dieser zweite Tunnel wurde mit der Novelle 2011 im Juli aus dem Bundesstraßengesetz gestrichen.
Ab 2025/2026 soll der 3,2 Kilometer lange Freinbergtunnel von der Donau bis zum Hauptbahnhof entstehen.  


== Effekte auf das Stadtgebiet ==
;Dritte Bauphase - [[Waldeggstraße]]:
Von der [[Landesregierung]] wird eine Entlastung des Linzer Stadtgebietes, insbesondere der Innenstadt als Folge des Projektes behauptet.<ref>{{Webseite|1=www.land-oberoesterreich.gv.at/cps/rde/xchg/SID-4C369711-76156D73/ooe/hs.xsl/82839_DEU_HTML.htm|2=Webseite des Land Oberösterreich, abgerufen am 5. Dezember 2010}}</ref> Eine Untersuchung im Auftrag des Magistrats Linz stellte fest, dass sich Entlastungen auf die [[Waldeggstraße]] und die [[Obere Donaulände|Obere]]/[[Untere Donaulände]] beschränken, während im übrigen Stadtgebiet Verkehrszunahmen zwischen 131% ([[Blumauerstraße]]) über 28% ([[Goethestraße]]) bis 16% ([[Gruberstraße]]) zu erwarten sind.<ref>{{Webseite|1=www.linz.at/presse/2008/200807_40681.asp|2=Auswirkungen des Westrings auf das Straßennetz, Presseaussendung des Magistrat Linz, 8. Juli 2008}}</ref>
In offener Bauweise, aber teilweise eingehaust, soll an Stelle der heutigen Waldeggstraße der Anschluss bis zur Westbrücke mit Verbindung an die A7 Mühlkreis Autobahn errichtet werden.


Laut dem zuständigen Landesrates [[Franz Hiesl]] würde der Westring dazu beitragen, dass die Luftgüte in Linz verbessert würde.<ref>{{Webseite|1=www.franz-hiesl.at/7349/|2=Webseite des Landesrates Franz Hiesl}}</ref> Eine Untersuchung des Umweltbundesamtes im Zuge der Umweltverträglichkeitsprüfung stellte fest, dass durch den Westring in innerstädtischen Gebieten die Schadstoffgrenzwerte so weit überschritten werden würden, dass es gemäß gesetzlicher Kriterien an diesen Stellen weder Wohnunterkünfte noch einen Zugang der Öffentlichkeit geben dürfe.<ref>{{Webseite|1=www5.umweltbundesamt.at/uvpdb/docs/UVE/A26LinzerAutobahnAbschnittSued/Stellungnahme.pdf|2=Stellungnahme des BMLFUW zu der übermittelten Umweltverträglichkeitserklärung, 13. August 2009 (PDF)}}</ref>
;(ehemalige) Bauphase - [[Pöstlingbergtunnel]]:
In Phase 3 sollte ein 2,8 Kilometer langer [[Pöstlingbergtunnel]] die Verbindung zwischen Donau und dem Anschluss an die [[Mühlkreis Autobahn|A7]] auf Höhe des [[Pro-Kaufhaus]]es herstellen. Dadurch wäre der West''ring'' komplettiert worden. Dieser zweite Tunnel wurde mit der Novelle 2011 im Juli aus dem Bundesstraßengesetz gestrichen.


Das Umweltbundesamt führte des Weiteren an, dass:
=== Baudurchführung ===
 
Der Baubeginn der [[Westring-Brücke]] erfolgte nach mehreren Verzögerungen im Jänner 2019. Die Verkehrsfreigabe war für 2024 vorgesehen und wurde im November 2024 durchgeführt. Anfang 2024 begann auch nach vielen Jahren Leerstand der Abriss der Häuser an der [[Waldeggstraße]], der rasch durchgeführt werden konnte.


:''- Das geplante Vorhaben steht somit in seinen Auswirkungen der Zielerreichung des Kyoto-Protokolls und auch weiterer, verbindlicher Emissionsreduktionsziele wie dem Emissionshöchstmengengesetz-Luft deutlich entgegen.
<gallery>
:''- Der berechnete Wert der Zeiteinsparung im Jahr 2025 ist daher nicht nachvollziehbar. (...) Geht man daher für das Jahr 2025 von keiner Zeiteinsparung durch das Vorhaben aus, beträgt das Nutzen-Kosten-Verhältnis der geplanten Investition max. 0,60 und unterschreitet somit die Grenze der Realisierungswürdigkeit. Laut Angaben in den Unterlagen (S. 12) ist ein Projekt gesamtwirtschaftlich realisierungswürdig, sobald das Nutzen-Kosten-Verhältnis &gt;1 ist.
  Datei:Baustelle Westring-Brücke Südseite.jpg|Baustelle des südseitiges Brückenportal
:''- Weiters ist nicht nachvollziehbar, warum statt der Gesamtemissionen des Vorhabens nur lokale Immissionen für die Kostenberechnung herangezogen werden.
  Datei:Baustelle Westring-Brücke Nordseite.jpg|Nordseitige Baustelle, mit Anschlusstellen-Portal, Brücken-Portal, und Hängebrücken-Anker über dem Portal
:''- Durch die Maßnahmen „Tempo 60“ und „Lärmschutzwand“ wird laut Angaben in den Unterlagen die Irrelevanzschwelle für NO2 und PM10 bei den nächsten Anrainern nicht mehr überschritten. Unbeschadet dessen zeigen jedoch die Modellrechnungen betreffend PM10 bzw. NO2 für das Jahr 2012 bzw. 2015 und darüber hinaus, wie auch in der Nullvariante, Überschreitungen der Grenzwerte.
  Datei:Tunnelportal Linzer Seite Westen.jpg|Westliches Tunnelportal (Anschlussstelle) an der Südseite der Brücke
</gallery>


== Geschichte ==  
== Geschichte ==  
=== Historische Planungsstadien ===
Der Westring wurde 1972 durch den Verkehrsplaner [[Kurt Leibbrand]] zwischen der Anschlussstelle Donau-Nord durch Urfahr bis St. Margarethen projektiert.<ref>Gesamtverkehrsplan Linz. Im Auftrag des Magistrats d. Landeshauptstadt Linz aufgestellt durch V. I. P. - Verkehrs- u. Industrieplanung GmbH, Frankfurt/M. Bearb. v. Kurt Leibbrand [u. a.]. 1972.</ref>
Der Westring wurde 1972 durch den Verkehrsplaner [[Kurt Leibbrand]] zwischen der Anschlussstelle Donau-Nord durch Urfahr bis St. Margarethen projektiert.<ref>Gesamtverkehrsplan Linz. Im Auftrag des Magistrats d. Landeshauptstadt Linz aufgestellt durch V. I. P. - Verkehrs- u. Industrieplanung GmbH, Frankfurt/M. Bearb. v. Kurt Leibbrand [u. a.]. 1972.</ref>


1983 wurde der Standort der Donauquerung im Bundesstraßengesetz festgelegt, das Bauvorhaben scheiterte am Widerstand der Bevölkerung. 2002 wurde der Westring in seiner seit 2000 geplanten Form in das Bundesstraßengesetz aufgenommen, 2008 wurde die Umweltverträglichkeitsprüfung begonnen. 2010 stufte das Infrastruktuministerium das Projekt zurück und forderte eine Umsetzung als Landesstraße.<ref>{{Webseite|1=oesterreich.orf.at/ooe/stories/484501/|2=Die Chronologie des Westrings. ORF Oberösterreich, 5. Dezember 2010.}}</ref> 2011 schien nach mehreren "Westring-Gipfeln" die Realisierung gesichert. 85 % der Kosten würden dabei von der ASFINAG (somit von der Republik Österreich), 10 % vom Land Oberösterreich und 5 % von der Stadt Linz übernommen werden.<ref>{{Webseite|1=www.land-oberoesterreich.gv.at/cps/rde/xbcr/SID-42AD47E7-1536D6DC/ooe/20110112_Westring.pdf|2=Pressekonferenz "Linzer Westring: Von der Einigung bis zur Realisierung – Das Ergebnis und die weiteren Schritte im Detail"}}, 12. Jänner 2011</ref>
Bis zur Novelle des Bundesstraßengesetzes 2003, in der der Linzer Westring als „A26 Linzer Autobahn“ festgeschrieben wurde, trug die heutige Welser Autobahn (A25) den Namen „Linzer Autobahn“.


== Politische Kontroversen ==
1983 wurde der Standort der Donauquerung im Bundesstraßengesetz festgelegt, das Bauvorhaben scheiterte am Widerstand der Bevölkerung. 2002 wurde der Westring in seiner seit 2000 geplanten Form in das Bundesstraßengesetz aufgenommen, 2008 wurde die Umweltverträglichkeitsprüfung begonnen. Ende 2010 gab die Asfinag bekannt, dass sie aus finanziellen Gründen keinen Vollausbau als Autobahn mehr plant. Nach Gesprächen zwischen Bund, Land Oberösterreich und Stadt Linz einigte man sich im Jänner 2011 auf einen Kompromiss, wonach nur der Südteil vom Knoten Hummelhof bis zur Donaubrücke gebaut wird. Als Baubeginn wurde damals 2014 angegeben. Am 24. Mai 2011 wurde der Nordabschnitt der A26 vom Ministerrat aus dem Bundesstraßengesetz gestrichen.<ref>{{Web|OFFLINE=ja|LINK=www.wienerzeitung.at/DesktopDefault.aspx?TabID=3941&Alias=wzo&cob=562344|TEXT=Weniger Autobahnen werden billiger}}</ref><ref>{{Web|OFFLINE=ja|LINK=oesterreich.orf.at/ooe/stories/484501/|TEXT=Die Chronologie des Westrings. ORF Oberösterreich, 5. Dezember 2010.}}</ref> 2011 schien nach mehreren "Westring-Gipfeln" die Realisierung gesichert. 85 % der Kosten würden dabei von der ASFINAG (somit von der Republik Österreich), 10 % vom Land Oberösterreich und 5 % von der Stadt Linz übernommen werden.<ref>{{Web|OFFLINE=ja|LINK=www.land-oberoesterreich.gv.at/cps/rde/xbcr/SID-42AD47E7-1536D6DC/ooe/20110112_Westring.pdf|TEXT=Pressekonferenz "Linzer Westring: Von der Einigung bis zur Realisierung – Das Ergebnis und die weiteren Schritte im Detail"}}, 12. Jänner 2011</ref>
[[Datei:Banner Westring zerstört Donautal.jpg|thumb|300px|Plakat von Westring-Gegner auf einem Gebäude an der [[Obere Donaulände|Oberen Donaulände]]]]
 
Im Dezember 2014 wurde der positive Bescheid der Umweltverträglichkeitsprüfung bekannt und am 22. Dezember 2014 veröffentlicht. Der Bau für den ersten Abschnitt , der [[Vierte Linzer Donaubrücke|Vierten Linzer Donaubrücke]], sollte demnach im Sommer 2015 starten. Diese sollte Anfang 2018 in Betrieb genommen werden können.<ref>{{OOEORF|LINK=news/stories/2685702/|TEXT=Westring: Positiver UVP-Bescheid ist offiziell|DATUM=22. Dezember 2014}}</ref>
 
Nach Abschluss aller Verfahren und der gerichtlichen Behandlung einer Beschwerde eines unterlegenen Bauwerbers im Sommer 2018 war der Baubeginn für Dezember 2018 geplant. Die Verkehrsfreigabe der Brücke war demnach für 2023, die des Tunnelabschnittes für 2026 geplant.<ref>{{OÖN|link=oberoesterreich/Urteil-Endgueltig-gruenes-Licht-fuer-Westring;art4,2992770|text=Urteil: Endgültig grünes Licht für Westring|datum=29. August 2018}}</ref>
 
=== Politische Kontroversen ===
{{Bild|datei=Banner Westring zerstört Donautal.jpg|text=Plakat von Westring-Gegner auf einem Gebäude an der [[Obere Donaulände|Oberen Donaulände]]}}
Der Bau des Linzer Westrings wird von mehreren Bürgerinitiativen, den Linzer [[Grüne]]n und anderen Organisationen vor allem aus Umweltgründen kritisiert, während das Vorhaben von der [[ÖVP]], der [[SPÖ]], der [[FPÖ]] und in den Bereichen in denen es besteht dem [[BZÖ]] befürwortet wird.
Der Bau des Linzer Westrings wird von mehreren Bürgerinitiativen, den Linzer [[Grüne]]n und anderen Organisationen vor allem aus Umweltgründen kritisiert, während das Vorhaben von der [[ÖVP]], der [[SPÖ]], der [[FPÖ]] und in den Bereichen in denen es besteht dem [[BZÖ]] befürwortet wird.


Die Gegner des Projekts kritisieren u.a. die Kosten des Bauvorhabens, das durch den Westring insgesamt gesteigerte Verkehrsaufkommen sowie die Informationspraktiken des Landes.
Die Gegner des Projekts kritisieren u.a. die Kosten des Bauvorhabens, das durch den Westring insgesamt gesteigerte Verkehrsaufkommen sowie die Informationspraktiken des Landes. Auch im März 2023, lange nach Baubeginn, wurden von 32 Bürgerinitiativen noch 10.000 Unterschriften gegen den Bau gesammelt. Eine Volksbefragung in der Linzer Bevölkerung sollte damit erreicht werden. Diese wurde aber letztlich nicht umgesetzt.<ref>{{OÖN|LINK=oberoesterreich/linz/buergerallianz-will-westring-bau-stoppen;art66,3802926|TEXT=Bürgerallianz will Westring-Bau stoppen|DATUM=14. März 2023}}</ref>
 
=== Kostenexplosion ===
Waren ursprünglich im Jahr 2001 rund 200 Millionen Euro für das Projekt ([[Westring-Brücke]] und [[Freinberg-Tunnel]]) veranschlagt, stieg diese Summe bis März 2023 auf 743 Millionen Euro. Im Juni 2023 wurde eine weitere Kostensteigerung auf 1,18 Milliarden Euro bekannt. Davon sollen 85% die ASFINAG, 10% das [[Land Oberösterreich]] und 5% die Stadt [[Linz]] finanzieren.<ref>{{OOEORF|link=stories/3211927/|text=Weiter Aufregung um Westring-Kosten|datum=15. Juni 2023}}</ref>


== Einzelnachweise ==
== Weitere Informationen ==
=== Einzelnachweise ===
<references/>
<references/>


== Weblinks ==
=== Weblinks ===
* {{Webseite|1=www.asfinag.at/strassennetz/oberoesterreich?p_p_id=JournalArticlesDevelopment_INSTANCE_E27s&p_p_lifecycle=0&p_p_state=normal&p_p_mode=view&p_p_col_id=column-1&p_p_col_count=1&_JournalArticlesDevelopment_INSTANCE_E27s_struts_action=%2Fjournal_articles_development%2Fview&_JournalArticlesDevelopment_INSTANCE_E27s_groupId=10136&_JournalArticlesDevelopment_INSTANCE_E27s_articleId=A26-LINZER-AUTOBAHN-WESTRING-LINZ&_JournalArticlesDevelopment_INSTANCE_E27s_version=1.0|2=Projektbeschreibung (ASFINAG)}}
* {{Web|LINK=https://www.westring.at/|TEXT=westring.at: Bürgerinitiative gegen den Bau der A26}}
* {{Webseite|1=www.westring.at/|2=www.westring.at/ Bürgerinitiative gegen den Bau der A26}}
* {{Web|OFFLINE=ja|LINK=www5.umweltbundesamt.at/uvpdb/docs/UVE/A26LinzerAutobahnAbschnittSued/Stellungnahme.pdf|TEXT=Stellungnahme des Lebensministeriums zum Bau der A26}}
* {{Webseite|1=www5.umweltbundesamt.at/uvpdb/docs/UVE/A26LinzerAutobahnAbschnittSued/Stellungnahme.pdf|2=Stellungnahme des Lebensministeriums zum Bau der A26}}


{{AusWikipedia|Linzer_Autobahn|Linzer Autobahn}}
{{AusWikipedia|Linzer Autobahn}}
{{Bilderwunsch}}
{{Bilderwunsch}}


[[Kategorie:Autobahn]]
[[Kategorie:Grenzen des Wachstums]]
[[Kategorie:Verkehr]]
[[Kategorie:Westring]]

Aktuelle Version vom 23. Februar 2025, 18:45 Uhr

Westring
statistischer Bezirk Froschberg, Urfahr
Katastralgemeinde KG Waldegg, KG Linz, KG Urfahr
Postleitzahl 4020 Linz  (4040 Linz )
Nutzung Autobahn
Besonderheiten Autobahn-Tunnel
Leaflet | © OpenStreetMap contributors

Die Linzer Autobahn A26 (auch als Linzer Westring bezeichnet) ist eine geplante Autobahn in Österreich. Das Bauprojekt wird von der ASFINAG errichtet und soll die bestehende Mühlkreis Autobahn (A7) und die Straßen im Linzer Stadtgebiet entlasten. Ihre Länge wird etwa 8,5 km betragen. Der einzig zuvor bereits bestehende Abschnitt ist vom Knoten Hummelhof bis zur Westbrücke, welcher derzeit als Autobahnzubringer zur A7 dient.

Nach Abschluss aller Verfahren und der gerichtlichen Behandlung einer Beschwerde eines unterlegenen Bauwerbers im Sommer 2018 war der Baubeginn für Dezember 2018 geplant.[1] Tatsächlich wurde im Jänner 2019 der Bau der Donautalbrücke als erstes Teilstück begonnen, diese Brücke konnte Ende 2024 für den Verkehr freigegeben werden.

Trasse und Auswirkungen

Trassenverlauf

Die hier angeführte Trassenführung ist die aktuell von der ASFINAG angegebene. Die Planung wurde mit Juni 2009 abgeschlossen.

Sie beginnt im Süden an der bestehenden Westbrücke (die dem Verlauf angepasst neu errichtet wird) als Anschluss an die A7 beim Knoten Hummelhof. Als Unterflurtrasse verläuft die Autobahn bis zum Hauptbahnhof, von wo aus sie im 3 km langen Freinbergtunnel bis zur Donau führt. Der Tunnel soll zweiröhrig mit Pannenstreifen gebaut werden. Beim nördlichen Tunnel-Ende, unmittelbar südlich der Donau, befindet sich die Symbol Autobahn Donau-Süd. Deren Auf- und Abfahrtstunnel befindet sich dabei noch im Freinberg. Über die 4. Linzer Donaubrücke wird die Donau überquert. Auf deren Nordseite befindet sich die Symbol Autobahn Donau-Nord, deren Zu- und Abfahrten sich wiederum im Berg befinden.

Geplant war darüber hinaus ein Nordabschnitt. Kernstück davon war der 2,8 km lange Pöstlingbergtunnel. Dieser sollte die Trasse in großem Bogen nach Heilham führen und nord-westlich der VOEST-Brücke beim Knoten Urfahr wieder in die A7 münden. Dieser Teil wurde mit der Novelle 2011 im Juli aus dem Bundesstraßengesetz gestrichen.

Anschlussstellen

Die neue Autobahn soll zukünftig folgende Anschlussstellen (Auf- und Abfahrten) umfassen:

Effekte auf das Stadtgebiet

Von der Landesregierung wird eine Entlastung des Linzer Stadtgebietes, insbesondere der Innenstadt als Folge des Projektes behauptet.[2] Eine Untersuchung im Auftrag des Magistrats Linz stellte fest, dass sich Entlastungen auf die Waldeggstraße und die Obere/Untere Donaulände beschränken, während im übrigen Stadtgebiet Verkehrszunahmen zwischen 131% (Blumauerstraße) über 28% (Goethestraße) bis 16% (Gruberstraße) zu erwarten sind.[3]

Laut dem zuständigen Landesrates Franz Hiesl würde der Westring dazu beitragen, dass die Luftgüte in Linz verbessert würde.[4] Eine Untersuchung des Umweltbundesamtes im Zuge der Umweltverträglichkeitsprüfung stellte fest, dass durch den Westring in innerstädtischen Gebieten die Schadstoffgrenzwerte so weit überschritten werden würden, dass es gemäß gesetzlicher Kriterien an diesen Stellen weder Wohnunterkünfte noch einen Zugang der Öffentlichkeit geben dürfe.[5]

Das Umweltbundesamt führte des Weiteren an, dass:

- Das geplante Vorhaben steht somit in seinen Auswirkungen der Zielerreichung des Kyoto-Protokolls und auch weiterer, verbindlicher Emissionsreduktionsziele wie dem Emissionshöchstmengengesetz-Luft deutlich entgegen.
- Der berechnete Wert der Zeiteinsparung im Jahr 2025 ist daher nicht nachvollziehbar. (...) Geht man daher für das Jahr 2025 von keiner Zeiteinsparung durch das Vorhaben aus, beträgt das Nutzen-Kosten-Verhältnis der geplanten Investition max. 0,60 und unterschreitet somit die Grenze der Realisierungswürdigkeit. Laut Angaben in den Unterlagen (S. 12) ist ein Projekt gesamtwirtschaftlich realisierungswürdig, sobald das Nutzen-Kosten-Verhältnis >1 ist.
- Weiters ist nicht nachvollziehbar, warum statt der Gesamtemissionen des Vorhabens nur lokale Immissionen für die Kostenberechnung herangezogen werden.
- Durch die Maßnahmen „Tempo 60“ und „Lärmschutzwand“ wird laut Angaben in den Unterlagen die Irrelevanzschwelle für NO2 und PM10 bei den nächsten Anrainern nicht mehr überschritten. Unbeschadet dessen zeigen jedoch die Modellrechnungen betreffend PM10 bzw. NO2 für das Jahr 2012 bzw. 2015 und darüber hinaus, wie auch in der Nullvariante, Überschreitungen der Grenzwerte.

Projektverlauf

Der Bau der Autobahn soll in zwei Phasen ablaufen (eine dritte war geplant, ist aber vorläufig nicht mehr vorgesehen):

Die Kosten für den Südteil samt Brücke betragen nach früheren Planungen 527 Millionen Euro.[6] Ende August 2020 wurden die geschätzten Gesamtkosten auf 743 Millionen Euro erhöht - dies begründete sich zum einen aufgrund der mittlerweile gestiegenen Preise (Inflation), zum anderen auch aufgrund von Verzögerung durch die Coronavirus-Pandemie, der Beseitigung einer Bodenkontaminierung und aus zusätzlichen Auflagen aus dem Umweltverträglichkeits-Verfahren, bezüglich Lärmschutz oder der Lagerung von Aushubmaterial.[7]

Geplante Bauphasen

Erste Bauphase - Westring-Brücke

Die Erste Bauphase beinhaltet die 4. Donauquerung in Linz, die sich über 325 Meter zwischen dem Freinberg und dem Naturschutzgebiet Urfahrwänd erstreckt. Auf beiden Seiten mündet die Brücke direkt in einen Tunnel ein. Diese Brücke konnte, vorerst einspurig, Ende 2024 für den Verkehr freigegeben werden.

Zweite Bauphase - Freinbergtunnel

Ab 2025/2026 soll der 3,2 Kilometer lange Freinbergtunnel von der Donau bis zum Hauptbahnhof entstehen.

Dritte Bauphase - Waldeggstraße

In offener Bauweise, aber teilweise eingehaust, soll an Stelle der heutigen Waldeggstraße der Anschluss bis zur Westbrücke mit Verbindung an die A7 Mühlkreis Autobahn errichtet werden.

(ehemalige) Bauphase - Pöstlingbergtunnel

In Phase 3 sollte ein 2,8 Kilometer langer Pöstlingbergtunnel die Verbindung zwischen Donau und dem Anschluss an die A7 auf Höhe des Pro-Kaufhauses herstellen. Dadurch wäre der Westring komplettiert worden. Dieser zweite Tunnel wurde mit der Novelle 2011 im Juli aus dem Bundesstraßengesetz gestrichen.

Baudurchführung

Der Baubeginn der Westring-Brücke erfolgte nach mehreren Verzögerungen im Jänner 2019. Die Verkehrsfreigabe war für 2024 vorgesehen und wurde im November 2024 durchgeführt. Anfang 2024 begann auch nach vielen Jahren Leerstand der Abriss der Häuser an der Waldeggstraße, der rasch durchgeführt werden konnte.

Geschichte

Historische Planungsstadien

Der Westring wurde 1972 durch den Verkehrsplaner Kurt Leibbrand zwischen der Anschlussstelle Donau-Nord durch Urfahr bis St. Margarethen projektiert.[8]

Bis zur Novelle des Bundesstraßengesetzes 2003, in der der Linzer Westring als „A26 Linzer Autobahn“ festgeschrieben wurde, trug die heutige Welser Autobahn (A25) den Namen „Linzer Autobahn“.

1983 wurde der Standort der Donauquerung im Bundesstraßengesetz festgelegt, das Bauvorhaben scheiterte am Widerstand der Bevölkerung. 2002 wurde der Westring in seiner seit 2000 geplanten Form in das Bundesstraßengesetz aufgenommen, 2008 wurde die Umweltverträglichkeitsprüfung begonnen. Ende 2010 gab die Asfinag bekannt, dass sie aus finanziellen Gründen keinen Vollausbau als Autobahn mehr plant. Nach Gesprächen zwischen Bund, Land Oberösterreich und Stadt Linz einigte man sich im Jänner 2011 auf einen Kompromiss, wonach nur der Südteil vom Knoten Hummelhof bis zur Donaubrücke gebaut wird. Als Baubeginn wurde damals 2014 angegeben. Am 24. Mai 2011 wurde der Nordabschnitt der A26 vom Ministerrat aus dem Bundesstraßengesetz gestrichen.[9][10] 2011 schien nach mehreren "Westring-Gipfeln" die Realisierung gesichert. 85 % der Kosten würden dabei von der ASFINAG (somit von der Republik Österreich), 10 % vom Land Oberösterreich und 5 % von der Stadt Linz übernommen werden.[11]

Im Dezember 2014 wurde der positive Bescheid der Umweltverträglichkeitsprüfung bekannt und am 22. Dezember 2014 veröffentlicht. Der Bau für den ersten Abschnitt , der Vierten Linzer Donaubrücke, sollte demnach im Sommer 2015 starten. Diese sollte Anfang 2018 in Betrieb genommen werden können.[12]

Nach Abschluss aller Verfahren und der gerichtlichen Behandlung einer Beschwerde eines unterlegenen Bauwerbers im Sommer 2018 war der Baubeginn für Dezember 2018 geplant. Die Verkehrsfreigabe der Brücke war demnach für 2023, die des Tunnelabschnittes für 2026 geplant.[13]

Politische Kontroversen

Plakat von Westring-Gegner auf einem Gebäude an der Oberen Donaulände
Plakat von Westring-Gegner auf einem Gebäude an der Oberen Donaulände

Der Bau des Linzer Westrings wird von mehreren Bürgerinitiativen, den Linzer Grünen und anderen Organisationen vor allem aus Umweltgründen kritisiert, während das Vorhaben von der ÖVP, der SPÖ, der FPÖ und in den Bereichen in denen es besteht dem BZÖ befürwortet wird.

Die Gegner des Projekts kritisieren u.a. die Kosten des Bauvorhabens, das durch den Westring insgesamt gesteigerte Verkehrsaufkommen sowie die Informationspraktiken des Landes. Auch im März 2023, lange nach Baubeginn, wurden von 32 Bürgerinitiativen noch 10.000 Unterschriften gegen den Bau gesammelt. Eine Volksbefragung in der Linzer Bevölkerung sollte damit erreicht werden. Diese wurde aber letztlich nicht umgesetzt.[14]

Kostenexplosion

Waren ursprünglich im Jahr 2001 rund 200 Millionen Euro für das Projekt (Westring-Brücke und Freinberg-Tunnel) veranschlagt, stieg diese Summe bis März 2023 auf 743 Millionen Euro. Im Juni 2023 wurde eine weitere Kostensteigerung auf 1,18 Milliarden Euro bekannt. Davon sollen 85% die ASFINAG, 10% das Land Oberösterreich und 5% die Stadt Linz finanzieren.[15]

Weitere Informationen

Einzelnachweise

  1. Urteil: Endgültig grünes Licht für Westring, OÖN Oberösterreichische Nachrichten, 29. August 2018
  2. Webseite des Land Oberösterreich, abgerufen am 5. Dezember 2010
  3. Auswirkungen des Westrings auf das Straßennetz, linz.at Medienservice (Archiv) auf linz.at, 8. Juli 2008
  4. Offline: Webseite des Landesrates Franz Hiesl (Suche auf archive.org )
  5. Offline: Stellungnahme des BMLFUW zu der übermittelten Umweltverträglichkeitserklärung, 13. August 2009 (PDF) (Suche auf archive.org )
  6. Land protestiert gegen Nein zum Linzer Westring, Der Standard, 1. November 2010
  7. Linzer Westring um 100 Millionen teurer, Logo ORF ORF Oberösterreich, 28. August 2020
  8. Gesamtverkehrsplan Linz. Im Auftrag des Magistrats d. Landeshauptstadt Linz aufgestellt durch V. I. P. - Verkehrs- u. Industrieplanung GmbH, Frankfurt/M. Bearb. v. Kurt Leibbrand [u. a.]. 1972.
  9. Offline: Weniger Autobahnen werden billiger (Suche auf archive.org )
  10. Offline: Die Chronologie des Westrings. ORF Oberösterreich, 5. Dezember 2010. (Suche auf archive.org )
  11. Offline: Pressekonferenz "Linzer Westring: Von der Einigung bis zur Realisierung – Das Ergebnis und die weiteren Schritte im Detail" (Suche auf archive.org ) , 12. Jänner 2011
  12. Westring: Positiver UVP-Bescheid ist offiziell, Logo ORF ORF Oberösterreich, 22. Dezember 2014
  13. Urteil: Endgültig grünes Licht für Westring, OÖN Oberösterreichische Nachrichten, 29. August 2018
  14. Bürgerallianz will Westring-Bau stoppen, OÖN Oberösterreichische Nachrichten, 14. März 2023
  15. Weiter Aufregung um Westring-Kosten, Logo ORF ORF Oberösterreich, 15. Juni 2023

Weblinks

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