Tabakfabrik: Unterschied zwischen den Versionen

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|Name                  = Tabakfabrik
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|Meta                  = Die Tabakfabrik Linz (umgangssprachlich: Tschickbude) ist ein von 1929 bis 1935 nach Plänen von Peter Behrens und Alexander Popp in Linz errichteter Gebäudekomplex. Die denkmalgeschützte Industrieanlage ist der erste Stahlskelettbau Österreichs im Stil der Neuen Sachlichkeit und nicht zuletzt aus diesem Grund architekturgeschichtlich von Bedeutung.
[[Datei:Bau1 voggeneder.jpg|thumb|300px|Bau 1 an der [[Ludlgasse]]]]
|Bild                  = Behrensplatz zoe fotografie.jpg
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|Bildbeschreibung      = Behrensplatz mit Kraftwerk
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|NUTZUNG              = Büros, Gastronomie, Sonstige
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|BEZIRK                = [[Bezirk Kaplanhof]]
Die '''Tabakfabrik Linz''' (umgangssprachlich: ''Tschickbude'') ist ein von 1929 bis 1935 nach Plänen von Peter Behrens und Alexander Popp in [[Linz]] errichteter Gebäudekomplex. Die denkmalgeschützte Industrieanlage ist der erste Stahlskelettbau Österreichs im Stil der Neuen Sachlichkeit und nicht zuletzt aus diesem Grund architekturgeschichtlich von Bedeutung. <ref>{{Webseite|1=www.linz.at/geschichte/de/1615.asp}}</ref>
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Die '''Tabakfabrik Linz''' (umgangssprachlich: ''Tschickbude'') ist ein von 1929 bis 1935 nach Plänen von Peter Behrens und Alexander Popp in [[Linz]] errichteter Gebäudekomplex. Die denkmalgeschützte Industrieanlage ist der erste Stahlskelettbau Österreichs im Stil der Neuen Sachlichkeit und nicht zuletzt aus diesem Grund architekturgeschichtlich von Bedeutung. <ref>{{Web|LINK=https://www.linz.at/geschichte/de/1615.asp|TEXT=linz.at: Geschichte}}</ref>


Das Gelände umfasst den gesamten Häuserblock zwischen [[Untere Donaulände|Unterer Donaulände]], [[Holzstraße]], [[Ludlgasse]] und [[Gruberstraße]]. Bis Ende September 2009 wurden in der Tabakfabrik Zigaretten hergestellt.
Das Gelände umfasst den gesamten Häuserblock zwischen [[Untere Donaulände|Unterer Donaulände]], [[Holzstraße]], [[Ludlgasse]] und [[Gruberstraße]]. Der vom Gebäude-Ensemble umschlossene Platz wird as [[Peter-Behrens-Platz]] bezeichnet.


Die Entwicklung des Areals wird seit 2010 von der ''Tabakfabrik Linz Entwicklungs- und Betriebsgesellschaft mbH'' als Teil der [[Unternehmensgruppe Stadt Linz]] voranggetrieben. Die Tabakfabrik Linz hat sich in den vergangenen Jahren sukzessive von einem klassischen Industrie zu einem Zentrum für Kreativwirtschaft ("Creative Industries"), Digitalisierung und Start-ups gewandelt. Mit Stand 1. Quartal 2020 hatten in der Tabakfabrik rund 1700 Personen eine Zugang zu einen Arbeitsplatz. Insgesamt sind rund 250 Organisationen am Areal verortet. Die Bandbreite reicht von IT-Dienstleistern mit mehr als 100 Mitarbeitern über führende Werbe- und Digitalagenturen bis hin zu Start-ups und Ein-Personen-Unternehmen (EPU).  
Bis Ende September 2009 wurden in der Tabakfabrik Zigaretten hergestellt. Die Entwicklung des Areals wird seit 2010 von der ''Tabakfabrik Linz Entwicklungs- und Betriebsgesellschaft mbH'' als Teil der [[Unternehmensgruppe Stadt Linz]] vorangetrieben. Die Tabakfabrik Linz hat sich in den vergangenen Jahren sukzessive von einem klassischen Industrie zu einem Zentrum für Kreativwirtschaft ("Creative Industries"), Digitalisierung und Start-ups gewandelt. Ende 2022 hatten in der Tabakfabrik rund 3000 Personen Zugang zu einem Arbeitsplatz. Insgesamt sind rund 250 Organisationen am Areal verortet. Die Bandbreite reicht von IT-Dienstleistern mit mehr als 100 Mitarbeitern über führende Werbe- und Digitalagenturen bis hin zu Start-ups und Ein-Personen-Unternehmen (EPU).  


Darüberhinhaus beheimatet die Tabakabrik auch die multidisziplinäre Innovatiosnwerkstatt "Grand Garage" sowie Bildungseinrichtungen wie den Studiengang "Fashion Technology" der Kunstuniversität, die Prager Fotoschule Österreich sowie die "Coder's Bay", eine Lehrgang für Programmierer.  
Darüber hinaus beheimatet die Tabakfabrik auch die multidisziplinäre Innovationswerkstatt [[Grand Garage]] sowie Bildungseinrichtungen wie den Studiengang "Fashion Technology", das Labor "Kreative Robotik" und das "Tangible Music Lab" der [[Kunstuniversität]] Linz, die [[Prager Fotoschule Österreich]] sowie die [[Coders.Bay]], einen Lehrgang für Programmierer, und das [[Evangelisches Oberstufenrealgymnasium ROSE|Evangelisches Oberstufenrealgymnasium "ROSE"]] des Evangelischen Schulerhaltervereins Linz mit einem Schwerpunkt für "digitalen Humanismus".  


Das VALIE EXPORT Center Linz ist ebenfalls in der Tabakfabrik verortet. Die Forschungseinrichtung verwaltet auch den Vorlass der Linz Performance- und Medienkünstlerin VALIE EXPORT:
Das [[VALIE EXPORT]] Center Linz ist ebenfalls in der Tabakfabrik verortet. Die Forschungseinrichtung verwaltet auch den Vorlass der Linz Performance- und Medienkünstlerin VALIE EXPORT.


== Ausstellungs- und Veranstaltungsort ==
== Ausstellungs- und Veranstaltungsort ==
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Seit der Übernahme durch die Stadt Linz hat sich die Tabakfabrik Linz als Veranstaltungs- und Ausstellungsort etabliert. Das Areal war Schauplatz großer "Touring Exhibitions" (Wanderausstellungen) wie "Porsche - Design, Mythos und Innovation", "Terrakotta-Armee", "Tutanchamun - Sein Grab und die Schätze", "Körperwelten", "Titanic - echte Funde, wahre Schicksale" und "Die großen Meister der Renaissance".  
Seit der Übernahme durch die Stadt Linz hat sich die Tabakfabrik Linz als Veranstaltungs- und Ausstellungsort etabliert. Das Areal war Schauplatz großer "Touring Exhibitions" (Wanderausstellungen) wie "Porsche - Design, Mythos und Innovation", "Terrakotta-Armee", "Tutanchamun - Sein Grab und die Schätze", "Körperwelten", "Titanic - echte Funde, wahre Schicksale" und "Die großen Meister der Renaissance".  


Außerdem sind regelmäßig große Messen und (Kunst-)Märkte Gast in der Tabakfabrik, darunter die "WearFair & mehr", der "Kunst- und Dsignmarkt", die "Veggie Planet" oder der "Fesch'markt".
Außerdem sind und waren regelmäßig große Messen und (Kunst-)Märkte Gast in der Tabakfabrik, darunter die "WearFair & mehr", der "Kunst- und Designmarkt", die "Veggie Planet" oder der "Fesch'markt".


Die Tabakfabrik bietet Veranstaltungsflächen unterschiedlichster Größe, die für nahezu jeden Anlass geeignet sind. Die Palette reicht von Workshops, Tagungen und Kongressen über Ausstellungen, Firmenfeiern  und Messen bis hin zu spektakulären Open-Airs im Innenhof.  
Die Tabakfabrik bietet Veranstaltungsflächen unterschiedlichster Größe, die für nahezu jeden Anlass geeignet sind. Die Palette reicht von Workshops, Tagungen und Kongressen über Ausstellungen, Firmenfeiern  und Messen bis hin zu spektakulären Open-Airs im Innenhof.  
Seit 2010 wurden in der Tabakfabrik mehr als zwei Millionen VeranstaltungsbesucherInnen gezählt.


== Geschichte ==
== Geschichte ==
Die Tabakfabrik wurde 1850 gegründet, um die negativen Auswirkungen durch die Produktionseinstellung der [[Wollzeugfabrik]] abzufangen. Die Produktion wurde anfänglich in der ''Zweiten Färberei'' der Wollzeugfabrik begonnen.  
Die Tabakfabrik wurde 1850 gegründet, um die negativen Auswirkungen durch die Produktionseinstellung der [[Wollzeugfabrik]] abzufangen. Die Produktion wurde anfänglich in der ''Zweiten Färberei'' der Wollzeugfabrik begonnen.  
Die Belegschaft bestand dabei zu 90 Prozent aus Frauen. <ref>Andrea Bina: Skizze einer 159-jährigen Linzer Industriegeschichte, PDF S. 10, abgerufen am 10. September 2014 {{Webseite|1=www.linz.at/images/ko-Tabakfabrik_Linz.pdf}}</ref>  
Die Belegschaft bestand dabei zu 90 Prozent aus Frauen. <ref>Andrea Bina: Skizze einer 159-jährigen Linzer Industriegeschichte, PDF S. 10, abgerufen am 10. September 2014 {{Web|OFFLINE=ja|LINK=www.linz.at/images/ko-Tabakfabrik_Linz.pdf|TEXT=linz.at: Tabakfabrik}}</ref>  
Die „industriefeindliche, ländliche Bevölkerung“ brachte der Tabakfabrik Anfangs keine große Wertschätzung entgegen. Vor allem kirchliche Würdenträger und das Linzer Bürgertum befürchteten „sittliches Verderben“ durch die Fabrik. <ref>Sabine Fellner, Georg Thiel: Die Geschichte der Tabakfabrik Linz. In: Andrea Bina: Tabak Fabrik Linz. Kunst Architektur Arbeitswelt. Verlag Anton Pustet, Museen der Stadt Linz 2010, S. 26, ISBN 9783702506339 </ref>
Die „industriefeindliche, ländliche Bevölkerung“ brachte der Tabakfabrik Anfangs keine große Wertschätzung entgegen. Vor allem kirchliche Würdenträger und das Linzer Bürgertum befürchteten „sittliches Verderben“ durch die Fabrik. <ref>Sabine Fellner, Georg Thiel: Die Geschichte der Tabakfabrik Linz. In: Andrea Bina: Tabak Fabrik Linz. Kunst Architektur Arbeitswelt. Verlag Anton Pustet, Museen der Stadt Linz 2010, S. 26, ISBN 9783702506339 </ref>
Bis 1918 wurden aufgrund der stetig steigenden Produktion und aufgrund des technologischen Fortschritts (Dampfmaschine) diverse Um- und Ausbauten der ehemaligen Wollzeugfabrik durchgeführt. <ref>Sabine Fellner, Georg Thiel: Die Geschichte der Tabakfabrik Linz. In: Andrea Bina: Tabak Fabrik Linz. Kunst Architektur Arbeitswelt. Verlag Anton Pustet, Museen der Stadt Linz 2010, S. 29f, ISBN 9783702506339 </ref>
Bis 1918 wurden aufgrund der stetig steigenden Produktion und aufgrund des technologischen Fortschritts (Dampfmaschine) diverse Um- und Ausbauten der ehemaligen Wollzeugfabrik durchgeführt. <ref>Sabine Fellner, Georg Thiel: Die Geschichte der Tabakfabrik Linz. In: Andrea Bina: Tabak Fabrik Linz. Kunst Architektur Arbeitswelt. Verlag Anton Pustet, Museen der Stadt Linz 2010, S. 29f, ISBN 9783702506339 </ref>
Während des Ersten Weltkriegs wurde jährlich rund eine Milliarde Zigaretten hergestellt.
Während des Ersten Weltkriegs wurde jährlich rund eine Milliarde Zigaretten hergestellt.
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde das Produktionsgelände sukzessive erweitert. 1928 schließlich wurde beschlossen, die Fabrikationsgebäude gänzlich neu zu errichten.<ref name="linzatindustriebauten"/>
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde das Produktionsgelände sukzessive erweitert. 1928 schließlich wurde beschlossen, die Fabrikationsgebäude gänzlich neu zu errichten.<ref name="linzatindustriebauten">{{LinzDenkmal|id=907|text=Industriebauten: Tabakfabrik}}</ref>
 
Während des Nationalsozialismus wurde der Betrieb der Tabakfabrik zum so genannten „Musterbetrieb“. Die Tabakfabrik war jedoch auch ein Ort des Widerstands. <ref>Sabine Fellner, Georg Thiel: Die Geschichte der Tabakfabrik Linz. In: Andrea Bina: Tabak Fabrik Linz. Kunst Architektur Arbeitswelt. Verlag Anton Pustet, Museen der Stadt Linz 2010, S. 24-63, ISBN 9783702506339</ref>  
Während des Nationalsozialismus wurde der Betrieb der Tabakfabrik zum so genannten „Musterbetrieb“. Die Tabakfabrik war jedoch auch ein Ort des Widerstands. <ref>Sabine Fellner, Georg Thiel: Die Geschichte der Tabakfabrik Linz. In: Andrea Bina: Tabak Fabrik Linz. Kunst Architektur Arbeitswelt. Verlag Anton Pustet, Museen der Stadt Linz 2010, S. 24-63, ISBN 9783702506339</ref>  
Während des Zweiten Weltkrieges wurden im Neubau der Fabrik rund fünf Milliarden Zigaretten produziert. <ref>{{Webseite|1=www.linz.at/archiv/denkmal//default.asp?action=denkmaldetail&id=907}}</ref>
Während des Zweiten Weltkrieges wurden im Neubau der Fabrik rund fünf Milliarden Zigaretten produziert. <ref>{{LinzDenkmal|id=907|text=Tabakfabrik}}</ref>


1997 übertrug die Republik Österreich ihre Anteile an den Austria Tabakwerken, und damit auch an der Tabakfabrik Linz, an die ÖIAG. Ab 1997 erfolgte die Privatisierung der Austria Tabakwerke durch die ÖIAG und 2001 ein Verkauf an die Gallaher Group, die die Tabakfabrik Linz an Japan Tobacco International veräußerte. Der japanische Eigentümer stellte den Betrieb 2009 ein.  <ref>{{Webseite|1=tabakfabrik-linz.at/informationen/}}</ref> <ref>{{Webseite|1=de.wikipedia.org/wiki/Tabakfabrik_%28Linz%29}}</ref> Im Jahr 2010 hat die Stadt Linz das 38.148 Quadratmeter große Fabriksareal und den Gebäudebestand zum Preis von 20,4 Mio. Euro von Japan Tobacco International gekauft und es zum Gebiet der Stadtentwicklung erklärt.
1997 übertrug die Republik Österreich ihre Anteile an den Austria Tabakwerken, und damit auch an der Tabakfabrik Linz, an die ÖIAG. Ab 1997 erfolgte die Privatisierung der Austria Tabakwerke durch die ÖIAG und 2001 ein Verkauf an die Gallaher Group, die die Tabakfabrik Linz an Japan Tobacco International veräußerte. Der japanische Eigentümer stellte den Betrieb 2009 ein.  <ref>{{Web|LINK=https://tabakfabrik-linz.at/informationen/|TEXT=tabakfabrik-linz.at: Informationen}}</ref> <ref>{{WP|Tabakfabrik Linz}}</ref> Im Jahr 2010 hat die Stadt Linz das 38.148 Quadratmeter große Fabriksareal und den Gebäudebestand zum Preis von 20,4 Mio. Euro von Japan Tobacco International gekauft und es zum Gebiet der Stadtentwicklung erklärt.
 
Während der ersten zehn Jahre war [[Chris Müller]] als Geschäftsführer maßgeblich am Aufbau der Einrichtung beteiligt. Er zog sich im April 2023 von dieser Tätigkeit zurück und übergab die Geschäftsführung an die bisherige Leiterin für Finanzen und Verwaltung, [[Denise Halak]] und den kaufmännischen Geschäftsführer [[Markus Eidenberger]].


== Produzierender Stadtteil ==
== Produzierender Stadtteil ==


Dem Konmzept der Tabakfabrik Linz Entwicklungs- und Betriebsgesellschaft folgend, soll das Areal wie ein Konzern funktionieren, in dem eingemietete Unternehmen miteinander kollaborieren. <ref>{{Webseite|1=www.nachrichten.at/nachrichten/kultur/Mode-Studium-in-der-Linzer-Tabakfabrik;art16,1332197}}</ref> Eine Kreativkette soll die diversen Bereiche (Forschung und Wissenschaft über  Kunst und produzierendes Gewerbe bis zum geistigen und materiellen Konsumieren) auf dem Areal bündeln. <ref>{{Webseite|1=derstandard.at/1389858312445/Feuer-und-Flamme-fuer-die-alte-Tschickbude}}</ref>  
Dem Konzept der Tabakfabrik Linz Entwicklungs- und Betriebsgesellschaft folgend, soll das Areal wie ein Konzern funktionieren, in dem eingemietete Unternehmen miteinander kollaborieren. <ref>{{OÖN|LINK=nachrichten/kultur/Mode-Studium-in-der-Linzer-Tabakfabrik;art16,1332197|TEXT=Mode-Studium in der Linker Tabakfabrik|DATUM=}}</ref> Eine Kreativkette soll die diversen Bereiche (Forschung und Wissenschaft über  Kunst und produzierendes Gewerbe bis zum geistigen und materiellen Konsumieren) auf dem Areal bündeln. <ref>{{Web|LINK=https://derstandard.at/1389858312445/Feuer-und-Flamme-fuer-die-alte-Tschickbude|TEXT=derstandard.at: Feuer und Flamme für die alte Tschickbude}}</ref>  
<ref>{{Webseite|1=www.profil.at/articles/1250/560/348709/falk-landinsel-die-linzer-tabakfabrik-kreativquartier}}</ref>
<ref>{{Web|OFFLINE=ja|LINK=www.profil.at/articles/1250/560/348709/falk-landinsel-die-linzer-tabakfabrik-kreativquartier|TEXT=profil.at: Die Linzer Tabakfabrik als Kreativquartier}}</ref>
Wohnbauten in der denkmalgeschützten Substanz waren und sind nicht vorgesehen.
Wohnbauten in der denkmalgeschützten Substanz waren und sind nicht vorgesehen. Im vierteiligen Neubauprojekt Quadrill, das im Westen des Areals von einem privaten Investor errichtet wird, sind 190 Wohneinheiten mit einer Gesamtfläche von 8.400 Quadratmetern vorgesehen. <ref>{{Web|LINK=https://www.quadrill.at/projekt|TEXT=quadrill.at: Projekt}}</ref>
<ref>{{Webseite|1=ooe.orf.at/m/news/stories/2619671/}}</ref>  
<ref>{{OOEORF|LINK=news/stories/2619671/|TEXT=Neuer Schwung in der Tabakfabrik}}</ref>  
<ref>{{Webseite|1=www.meinbezirk.at/linz/wirtschaft/tabakfabrik-ein-stadtteil-entwickelt-sich-d784094.html}}</ref>
<ref>{{Meinbezirk|LINK=linz/wirtschaft/tabakfabrik-ein-stadtteil-entwickelt-sich-d784094.html|TEXT=Tabakfabrik: Ein Stadtteil entwickelt sich}}</ref>


;Finanzierung
=== Finanzierung ===


Nachdem anfänglichen finanziellen Schwierigkeiten verläuft die finanzielle Entwicklung der Tabakfabrik seit 2013 positiv. <ref>{{Webseite|1=www.nachrichten.at/oberoesterreich/linz/Linzer-Tabakfabrik-Geschaeftsfuehrer-tritt-nach-Rechenfehler-zurueck;art66,1143056}}</ref> Geld aus der öffentlichen Hand wird lediglich für Instandhaltung, Renovierung und die Adaptierung der denkmalgeschützten Bauten verwendet sowie für die inhaltliche Entwicklung des Areals. Der laufende Veranstaltungsbetrieb sowie die vermieteten Bereiche erwirtschaften 2014 Gewinne.  <ref>{{Webseite|1=www.nachrichten.at/oberoesterreich/linz/Nach-Krise-ist-Tabakfabrik-nun-im-Aufwind;art66,1334635}}</ref>
Nachdem anfänglichen finanziellen Schwierigkeiten verläuft die finanzielle Entwicklung der Tabakfabrik seit 2013 positiv. <ref>{{OÖN|LINK=oberoesterreich/linz/Linzer-Tabakfabrik-Geschaeftsfuehrer-tritt-nach-Rechenfehler-zurueck;art66,1143056|TEXT=Tabakfabrik-Geschäftsführer tritt nach Rechenfehler zurück|DATUM=}}</ref> Geld aus der öffentlichen Hand wird lediglich für Instandhaltung, Renovierung und die Adaptierung der denkmalgeschützten Bauten verwendet sowie für die inhaltliche Entwicklung des Areals. Der laufende Veranstaltungsbetrieb sowie die vermieteten Bereiche erwirtschaften 2014 Gewinne.  <ref>{{OÖN|LINK=oberoesterreich/linz/Nach-Krise-ist-Tabakfabrik-nun-im-Aufwind;art66,1334635|TEXT=Nach der Krise ist die Tabakfabrik nun im Aufwind|DATUM=}}</ref>
Für die Instandhaltung der Entwicklungsflächen und die Entwicklungsarbeit erhält die GmbH einen Zuschuss der Stadt Linz, dessen Höhe vom Gemeinderat beschlossen wird. Umgekehrt bezahlt die Tabakfabrik für das Areal Miete an die Stadt Linz, die je höher ausfällt, je mehr von der Eigentümerin der Liegenschaft, der Immobilien Linz GmbH, baulich investiert wird. Über die baulichen Investitionen in der Tabakfabrik Linz entscheiden Gremien der Stadt Linz in einem mehrstufigen Verfahren. Die Entwürfe des Entwicklungsteams werden im Aufsichtsrat der Tabakfabrik und im Aufsichtsrat der Immobilien Linz GmbH besprochen, vom Gebäudemanagement der Stadt Linz planerisch und technisch entwickelt und im Gemeinderat der Stadt Linz beschlossen. <ref>{{Webseite|1=tabakfabrik-linz.at/konzept/faq/}}</ref>
Nachdem die wichtigsten Sanierungsarbeiten abgeschlossen sind, wird sich die Tabakfabrik Linz über Mieteinnahmen und die Erlöse von Veranstaltungen selbst finanzieren.


=== Verkehrsanbindung ===


;Verkehrsanbindung
Die Entwicklung der Tabakfabrik Linz hängt stark mit dem Hafenviertel zusammen. <ref>{{Meinbezirk|LINK=linz/chronik/hafen-soll-zur-modellregion-fuer-stadtentwicklung-werden-d888856.html|TEXT=Hafen soll zur Modellregion für die Stadtentwicklung werden}}</ref>


Die Entwicklung der Tabakfabrik Linz hängt stark mit dem Hafenviertel zusammen. <ref>{{Webseite|1=www.meinbezirk.at/linz/chronik/hafen-soll-zur-modellregion-fuer-stadtentwicklung-werden-d888856.html}}</ref>
2013 wurden die Gleise des Areals reaktiviert und es fuhr erstmals ein Personenzug der voestalpine vom neuen Bahnhof der Stahlwelt zur Tabakfabrik Linz. Es war geplant, im Rahmen von Kulturprojekten mit Zügen auf der Strecke zu verkehren. Spätestens 2019 wurde jedoch die Schienenanbindung endgültig aufgegeben.<ref>{{Meinbezirk|LINK=linz/chronik/interurbahner-schienenschluss-fur-die-tabakfabrik-linz-d671080.html|TEXT=Interurbahner Schienenschluss für die Tabakfabrik linz}}</ref> <ref>{{Web|OFFLINE=ja|LINK=www.linztv.at/szene/2013-09-10-haltestelle-zukunft.html|TEXT=linztv.at: Haltestelle Zukunft}}</ref>


2013 wurden die Gleise des Areals reaktiviert und es fuhr erstmals ein Personenzug der voestalpine vom neuen Bahnhof der Stahlwelt zur Tabakfabrik Linz. Es war geplant, im Rahmen von Kulturprojekten mit Zügen auf der Strecke zu verkehren. Spätestens 2019 wurde jedoch die Schienenanbindung endgültig aufgegeben.<ref>{{Webseite|1=www.meinbezirk.at/linz/chronik/interurbahner-schienenschluss-fur-die-tabakfabrik-linz-d671080.html}}</ref> <ref>{{Webseite|1=www.linztv.at/szene/2013-09-10-haltestelle-zukunft.html}}</ref>
Momentan ist die Tabakfabrik über die Haltestellen {{Hst Parkbad}} und {{Hst Lederergasse}} an den öffentlichen Verkehr angebunden. In Zukunft könnten wieder Züge der [[S-Bahn-Strecke S6]] und [[S-Bahn-Strecke S7|S7]] in der Nähe halten.


Momentan ist die Tabakfabrik über die Haltestellen {{Hst Parkbad}} und {{Hst Lederergasse}} an den öffentlichen Verkehr angebunden.
== Gebäude ==


-Tabakfabrik;art16,1332197#ref=rss}}</ref>
* [[Tabakfabrik Haus Casablanca]] (eh. Bau 1)
* [[Tabakfabrik Kraftwerk]]
* [[Tabakfabrik Haus Smart]] (eh. Magazin 1) - [[Grand Garage]]
* [[Tabakfabrik Haus Havanna]] (eh. Magazin 2)
* [[Tabakfabrik Haus Falk]] - Art Magazin
* [[Tabakfabrik Haus Dames]] (eh. Bau 2)
 
=== NeuBau3 - Quadrill ===
 
Anfang 2018 erhielt das Unternehmen Ing. Hans Bodner BaugesmbhH & Co KG Bau mit Sitz in Kufstein, Tirol, den Zuschlag im internationalen Bieterverfahren zum "NeuBau3" der Tabakfabrik. Im Zuge der Realisierung wurde der nicht denkmalgeschützte Bestand der Tabakfabrik im Westen des Areals ab Frühjahr 2021 abgerissen. Dieser wird nun durch ein vierteiliges Gebäudeensemble mit dem Namen "Quadrill" ersetzt. Herzstück ist der 109 Meter hohe ([[Quadrill-Tower]]), das höchste Büro- und Hotelgebäude Österreichs außerhalb der Bundeshauptstadt Wien. In den drei anderen Quadrill-Gebäuden, genannt "Memphis", "Balboa" und "Boston" ist eine gemischte Wohn-, Gewerbe- und Büronutzung vorgesehen.


== Einrichtungen ==
== Einrichtungen ==
* [[Schule des Ungehorsams]]
* [[Grand Garage]]


=== Unternehmen ===
* [[Strada del Startup]]
* [[Startup 300]]
=== Kultur ===
* [[VALIE EXPORT Center Linz]] - Forschungszentrum für Medien- und Performancekunst


=== Bildung ===
* [[Coder's Bay]]
* [[Grand Garage]]
* [[Prager Fotoschule]]
* [[Evangelisches Oberstufenrealgymnasium ROSE|Evangelisches Oberstufenrealgymnasium "ROSE"]] des Evangelischen Schulerhaltervereins Linz


== NeuBau3 ==
=== Gastronomie ===
* [[Zur Liesl]] (Bräugasthaus des [[Linzer Bier]]s)
* [[22k]] (Pizzeria)
* [[Aroy Thai]]


Anfang 2018 erhielt das Unternehmen Ing. Hans Bodner BaugesmbhH & Co KG Bau mit Sitz in Kufstein, Tirol, den Zuschlag im internationen Bieterverfahren zum "NeuBau3" der Tabakfabrik. Im Zuge der Realisierung wird der nicht denkmalgeschützte Bestand der Tabakfabrik im Westen des Areals ab Ende 2020 abgerissen und durch mehrere neue Gebäude ersetzt. Vorgesehen ist unter anderem ein mehr als 100 Meter hoher Turm an der Ecke Gruberstraße/Untere Donaulände, der unter anderem ein Hotel und Wohnungen beherbergen wird.  
=== Ehemalige Einrichtungen ===
Bis Ende 2019 war die "Schule des Ungehorsams" des Linzer Karikaturisten [[Gerhard Haderer]] in der Tabakfabrik eingemietet.


== Bilder ==
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   Datei:Tabakfabrik Bau 1.jpg|Bau 1 in der Abenddämmerung (2019)
   Datei:Tabakfabrik Bau 1.jpg|Bau 1 in der Abenddämmerung (2019)
   Datei:Grand Garage.jpg|Grand Garage (2019)
   Datei:Grand Garage.jpg|Grand Garage (2019)
  Datei:Anfahrtsplan tfl 2014.jpg|Anfahrtsplan zum Areal der Tabakfabrik Linz
  Datei:Tfl gesamtplan.JPG|Gesamtplan des Areals
  Datei:Bau1 voggeneder.jpg|Bau 1 an der [[Ludlgasse]]
  Datei:Saeulenhalle michaela riess.jpg|Säulenhalle in Bau 1
  Datei:Ulenspiegel julia fuchs.jpg|Aufführung der Oper Ulenspiegel im Brandland
  Datei:Tabakfabrik Linz Luftbild 2.jpg|Luftbild (2014), die Gebäude rechts wurden 2022 abgerissen.
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== Einzelnachweise ==
== Einzelnachweise ==
<references/>
<references/>
{{Geo|lat=48.3123|lon=14.2986}}


== Weblinks ==
== Weblinks ==
* {{Webseite|1=www.tabakfabrik-linz.at|2=Homepage Tabakfabrik Linz}}
* {{Web|LINK=https://www.tabakfabrik-linz.at|TEXT=Homepage Tabakfabrik Linz}}


[[Kategorie:Bezirk Kaplanhof]]
[[Kategorie:Bezirk Kaplanhof]]

Aktuelle Version vom 23. Februar 2025, 16:40 Uhr

Tabakfabrik
Behrensplatz mit Kraftwerk
Behrensplatz mit Kraftwerk
Nutzung Büros, Gastronomie, Sonstige
Bezirk Bezirk Kaplanhof
Anschrift Peter-Behrens-Platz
PLZ 4020
Ort Linz
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Die Tabakfabrik Linz (umgangssprachlich: Tschickbude) ist ein von 1929 bis 1935 nach Plänen von Peter Behrens und Alexander Popp in Linz errichteter Gebäudekomplex. Die denkmalgeschützte Industrieanlage ist der erste Stahlskelettbau Österreichs im Stil der Neuen Sachlichkeit und nicht zuletzt aus diesem Grund architekturgeschichtlich von Bedeutung. [1]

Das Gelände umfasst den gesamten Häuserblock zwischen Unterer Donaulände, Holzstraße, Ludlgasse und Gruberstraße. Der vom Gebäude-Ensemble umschlossene Platz wird as Peter-Behrens-Platz bezeichnet.

Bis Ende September 2009 wurden in der Tabakfabrik Zigaretten hergestellt. Die Entwicklung des Areals wird seit 2010 von der Tabakfabrik Linz Entwicklungs- und Betriebsgesellschaft mbH als Teil der Unternehmensgruppe Stadt Linz vorangetrieben. Die Tabakfabrik Linz hat sich in den vergangenen Jahren sukzessive von einem klassischen Industrie zu einem Zentrum für Kreativwirtschaft ("Creative Industries"), Digitalisierung und Start-ups gewandelt. Ende 2022 hatten in der Tabakfabrik rund 3000 Personen Zugang zu einem Arbeitsplatz. Insgesamt sind rund 250 Organisationen am Areal verortet. Die Bandbreite reicht von IT-Dienstleistern mit mehr als 100 Mitarbeitern über führende Werbe- und Digitalagenturen bis hin zu Start-ups und Ein-Personen-Unternehmen (EPU).

Darüber hinaus beheimatet die Tabakfabrik auch die multidisziplinäre Innovationswerkstatt Grand Garage sowie Bildungseinrichtungen wie den Studiengang "Fashion Technology", das Labor "Kreative Robotik" und das "Tangible Music Lab" der Kunstuniversität Linz, die Prager Fotoschule Österreich sowie die Coders.Bay, einen Lehrgang für Programmierer, und das Evangelisches Oberstufenrealgymnasium "ROSE" des Evangelischen Schulerhaltervereins Linz mit einem Schwerpunkt für "digitalen Humanismus".

Das VALIE EXPORT Center Linz ist ebenfalls in der Tabakfabrik verortet. Die Forschungseinrichtung verwaltet auch den Vorlass der Linz Performance- und Medienkünstlerin VALIE EXPORT.

Ausstellungs- und Veranstaltungsort

Seit der Übernahme durch die Stadt Linz hat sich die Tabakfabrik Linz als Veranstaltungs- und Ausstellungsort etabliert. Das Areal war Schauplatz großer "Touring Exhibitions" (Wanderausstellungen) wie "Porsche - Design, Mythos und Innovation", "Terrakotta-Armee", "Tutanchamun - Sein Grab und die Schätze", "Körperwelten", "Titanic - echte Funde, wahre Schicksale" und "Die großen Meister der Renaissance".

Außerdem sind und waren regelmäßig große Messen und (Kunst-)Märkte Gast in der Tabakfabrik, darunter die "WearFair & mehr", der "Kunst- und Designmarkt", die "Veggie Planet" oder der "Fesch'markt".

Die Tabakfabrik bietet Veranstaltungsflächen unterschiedlichster Größe, die für nahezu jeden Anlass geeignet sind. Die Palette reicht von Workshops, Tagungen und Kongressen über Ausstellungen, Firmenfeiern und Messen bis hin zu spektakulären Open-Airs im Innenhof.

Seit 2010 wurden in der Tabakfabrik mehr als zwei Millionen VeranstaltungsbesucherInnen gezählt.

Geschichte

Die Tabakfabrik wurde 1850 gegründet, um die negativen Auswirkungen durch die Produktionseinstellung der Wollzeugfabrik abzufangen. Die Produktion wurde anfänglich in der Zweiten Färberei der Wollzeugfabrik begonnen. Die Belegschaft bestand dabei zu 90 Prozent aus Frauen. [2] Die „industriefeindliche, ländliche Bevölkerung“ brachte der Tabakfabrik Anfangs keine große Wertschätzung entgegen. Vor allem kirchliche Würdenträger und das Linzer Bürgertum befürchteten „sittliches Verderben“ durch die Fabrik. [3] Bis 1918 wurden aufgrund der stetig steigenden Produktion und aufgrund des technologischen Fortschritts (Dampfmaschine) diverse Um- und Ausbauten der ehemaligen Wollzeugfabrik durchgeführt. [4] Während des Ersten Weltkriegs wurde jährlich rund eine Milliarde Zigaretten hergestellt. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde das Produktionsgelände sukzessive erweitert. 1928 schließlich wurde beschlossen, die Fabrikationsgebäude gänzlich neu zu errichten.[5]

Während des Nationalsozialismus wurde der Betrieb der Tabakfabrik zum so genannten „Musterbetrieb“. Die Tabakfabrik war jedoch auch ein Ort des Widerstands. [6] Während des Zweiten Weltkrieges wurden im Neubau der Fabrik rund fünf Milliarden Zigaretten produziert. [7]

1997 übertrug die Republik Österreich ihre Anteile an den Austria Tabakwerken, und damit auch an der Tabakfabrik Linz, an die ÖIAG. Ab 1997 erfolgte die Privatisierung der Austria Tabakwerke durch die ÖIAG und 2001 ein Verkauf an die Gallaher Group, die die Tabakfabrik Linz an Japan Tobacco International veräußerte. Der japanische Eigentümer stellte den Betrieb 2009 ein. [8] [9] Im Jahr 2010 hat die Stadt Linz das 38.148 Quadratmeter große Fabriksareal und den Gebäudebestand zum Preis von 20,4 Mio. Euro von Japan Tobacco International gekauft und es zum Gebiet der Stadtentwicklung erklärt.

Während der ersten zehn Jahre war Chris Müller als Geschäftsführer maßgeblich am Aufbau der Einrichtung beteiligt. Er zog sich im April 2023 von dieser Tätigkeit zurück und übergab die Geschäftsführung an die bisherige Leiterin für Finanzen und Verwaltung, Denise Halak und den kaufmännischen Geschäftsführer Markus Eidenberger.

Produzierender Stadtteil

Dem Konzept der Tabakfabrik Linz Entwicklungs- und Betriebsgesellschaft folgend, soll das Areal wie ein Konzern funktionieren, in dem eingemietete Unternehmen miteinander kollaborieren. [10] Eine Kreativkette soll die diversen Bereiche (Forschung und Wissenschaft über Kunst und produzierendes Gewerbe bis zum geistigen und materiellen Konsumieren) auf dem Areal bündeln. [11] [12] Wohnbauten in der denkmalgeschützten Substanz waren und sind nicht vorgesehen. Im vierteiligen Neubauprojekt Quadrill, das im Westen des Areals von einem privaten Investor errichtet wird, sind 190 Wohneinheiten mit einer Gesamtfläche von 8.400 Quadratmetern vorgesehen. [13] [14] [15]

Finanzierung

Nachdem anfänglichen finanziellen Schwierigkeiten verläuft die finanzielle Entwicklung der Tabakfabrik seit 2013 positiv. [16] Geld aus der öffentlichen Hand wird lediglich für Instandhaltung, Renovierung und die Adaptierung der denkmalgeschützten Bauten verwendet sowie für die inhaltliche Entwicklung des Areals. Der laufende Veranstaltungsbetrieb sowie die vermieteten Bereiche erwirtschaften 2014 Gewinne. [17]

Verkehrsanbindung

Die Entwicklung der Tabakfabrik Linz hängt stark mit dem Hafenviertel zusammen. [18]

2013 wurden die Gleise des Areals reaktiviert und es fuhr erstmals ein Personenzug der voestalpine vom neuen Bahnhof der Stahlwelt zur Tabakfabrik Linz. Es war geplant, im Rahmen von Kulturprojekten mit Zügen auf der Strecke zu verkehren. Spätestens 2019 wurde jedoch die Schienenanbindung endgültig aufgegeben.[19] [20]

Momentan ist die Tabakfabrik über die Haltestellen Symbol Haltestelle Parkbad ( 12, 25) und Symbol Haltestelle Lederergasse ( 12, 25, 27, 70, 72) an den öffentlichen Verkehr angebunden. In Zukunft könnten wieder Züge der S-Bahn-Strecke S6 und S7 in der Nähe halten.

Gebäude

NeuBau3 - Quadrill

Anfang 2018 erhielt das Unternehmen Ing. Hans Bodner BaugesmbhH & Co KG Bau mit Sitz in Kufstein, Tirol, den Zuschlag im internationalen Bieterverfahren zum "NeuBau3" der Tabakfabrik. Im Zuge der Realisierung wurde der nicht denkmalgeschützte Bestand der Tabakfabrik im Westen des Areals ab Frühjahr 2021 abgerissen. Dieser wird nun durch ein vierteiliges Gebäudeensemble mit dem Namen "Quadrill" ersetzt. Herzstück ist der 109 Meter hohe (Quadrill-Tower), das höchste Büro- und Hotelgebäude Österreichs außerhalb der Bundeshauptstadt Wien. In den drei anderen Quadrill-Gebäuden, genannt "Memphis", "Balboa" und "Boston" ist eine gemischte Wohn-, Gewerbe- und Büronutzung vorgesehen.

Einrichtungen

Unternehmen

Kultur

Bildung

Gastronomie

Ehemalige Einrichtungen

Bis Ende 2019 war die "Schule des Ungehorsams" des Linzer Karikaturisten Gerhard Haderer in der Tabakfabrik eingemietet.

Bilder

Einzelnachweise

  1. linz.at: Geschichte
  2. Andrea Bina: Skizze einer 159-jährigen Linzer Industriegeschichte, PDF S. 10, abgerufen am 10. September 2014 Offline: linz.at: Tabakfabrik (Suche auf archive.org )
  3. Sabine Fellner, Georg Thiel: Die Geschichte der Tabakfabrik Linz. In: Andrea Bina: Tabak Fabrik Linz. Kunst Architektur Arbeitswelt. Verlag Anton Pustet, Museen der Stadt Linz 2010, S. 26, ISBN 9783702506339
  4. Sabine Fellner, Georg Thiel: Die Geschichte der Tabakfabrik Linz. In: Andrea Bina: Tabak Fabrik Linz. Kunst Architektur Arbeitswelt. Verlag Anton Pustet, Museen der Stadt Linz 2010, S. 29f, ISBN 9783702506339
  5. Industriebauten: Tabakfabrik, linz.at Denkmäler
  6. Sabine Fellner, Georg Thiel: Die Geschichte der Tabakfabrik Linz. In: Andrea Bina: Tabak Fabrik Linz. Kunst Architektur Arbeitswelt. Verlag Anton Pustet, Museen der Stadt Linz 2010, S. 24-63, ISBN 9783702506339
  7. Tabakfabrik, linz.at Denkmäler
  8. tabakfabrik-linz.at: Informationen
  9. Tabakfabrik Linz wikipedia.org
  10. Mode-Studium in der Linker Tabakfabrik, OÖN Oberösterreichische Nachrichten
  11. derstandard.at: Feuer und Flamme für die alte Tschickbude
  12. Offline: profil.at: Die Linzer Tabakfabrik als Kreativquartier (Suche auf archive.org )
  13. quadrill.at: Projekt
  14. Neuer Schwung in der Tabakfabrik, Logo ORF ORF Oberösterreich
  15. Tabakfabrik: Ein Stadtteil entwickelt sich, Bezirks-Rundschau Bezirks-Rundschau
  16. Tabakfabrik-Geschäftsführer tritt nach Rechenfehler zurück, OÖN Oberösterreichische Nachrichten
  17. Nach der Krise ist die Tabakfabrik nun im Aufwind, OÖN Oberösterreichische Nachrichten
  18. Hafen soll zur Modellregion für die Stadtentwicklung werden, Bezirks-Rundschau Bezirks-Rundschau
  19. Interurbahner Schienenschluss für die Tabakfabrik linz, Bezirks-Rundschau Bezirks-Rundschau
  20. Offline: linztv.at: Haltestelle Zukunft (Suche auf archive.org )

Weblinks